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Rechtsformen für bürgerschaftliches Engagement einfach erklärt

Jul 30, 2021 | 0 Kommentare

Ihr seid kurz davor, ein Projekt zu gründen und fragt euch, welche Rechtsform passend ist? Um euch das Ganze zu erleichtern, haben wir hier die wichtigsten Punkte zusammengefasst. Wir erklären euch, wie Initiativen, Vereine, Stiftungen und gemeinnützige GmbHs funktionieren.

Wenn ihr eurem Projekt eine rechtliche Struktur geben möchtet, könnt ihr einen Verein, eine Stiftung oder eine gemeinnützige GmbH gründen. Schauen wir sie uns gemeinsam an.

Verein

Ein Verein hat eine demokratische Struktur und kann relativ unkompliziert gegründet werden. Dafür braucht man nämlich keine notarielle Beurkundung und kein Mindestkapital.
Ein Verein, der keine wirtschaftlichen Absichten hat, kann in das Vereinsregister eingetragen werden und das „e.V.“ erhalten. Dafür sind 7 Gründungsmitglieder und eine Satzung notwendig. Diese enthält den Namen, den Sitz und den Zweck des Vereins, sowie die Bestimmungen über den Ein- und Austritt, die Beitragspflicht und den Vorstand. Nicht eingetragene Vereine, die wirtschaftlich ausgerichtet sind, werden hingegen durch staatliche Verleihung rechtsfähig. Für nicht eingetragene Vereine haften die Mitglieder persönlich.
Die Organe eines Vereins sind der Vorstand und die Mitgliederversammlung.

Kurzgefasst:

– kein Mindestkapital
– Kosten bei Gründung: Nur die Kosten für die Eintragung ins Vereinsregister (bei klei­neren Vereinen unter 100 Euro).
– Mitglieder: 7, wenn der Verein in das Vereinsregister eingetragen wird
– Haftung: Für eingetragene Vereine wird die Haftung der Mitglieder beschränkt. Für nicht eingetragene Vereine haften die Mitglieder persönlich

 

Stiftung

Eine Stiftung kann von einer natürlichen oder juristischen Person oder einer Gruppe initiiert werden. Der Grundgedanke dabei ist, dass der Zweck der Stiftung nachhaltig weitergetragen wird.
Gesetzlich ist kein Mindestkapital notwendig, um eine Stiftung zu gründen. Allerdings muss das Kapital reichen, um den Zweck nachhaltig zu erfüllen. Deswegen wird es normalerweise mit einer Summe von 50 bis 100 Tausend Euro gestartet.
In einer Stiftung ist eine Stiftungssatzung erforderlich.
Eine Stiftung hat keine Eigentümer, sondern sie gehört sich selbst. Gesetzlich ist nur der Vorstand als Organ einer Stiftung vorgesehen. Dieser besteht aus einer einzelnen Person oder mehreren Mitgliedern und repräsentiert die Stiftung nach außen. Normalerweise unterstützen den Vorstand auch eine Stiftungsaufsicht und ein Kuratorium.
Es gibt verschiedene Formen von Stiftungen, z.B.:
– Gemeinnützige Stiftungen, wenn sie für das Gemeinwohl sind
– Familienstiftungen, die private Zwecke haben
– Unternehmensstiftungen, wenn sie Träger eines Unternehmens oder an einem Unternehmen beteiligt sind.
Eine Stiftung kann nur aufgelöst werden, wenn der Zweck nicht mehr erfüllt werden kann.

Kurzgefasst:

– Kapital: Für die Gründung kein Mindestkapital notwendig. Das Kapital muss aber reichen, um den Zweck nachhaltig zu erfüllen (normalerweise von 50 bis 100 Tausend Euro)
– Stiftungssatzung erforderlich
– Vorstand aus einer oder mehreren Personen notwendig
– Haftung: Die Organe bei rechtlicher Verantwortlichkeit haften mit ihrem Privatvermögen

 

Gemeinnützige GmbH

Die gGmbH hat die Struktur einer GmbH und eine Gemeinnützigkeit wie ein Verein. Eine gemeinnützige GmbH dient also dem Gemeinwohl. Ob ein Unternehmen als gemeinnützig eingestuft wird, entscheidet das Finanzamt.
Für eine gemeinnützige GmbH ist ein Stammkapital von 25.000 Euro notwendig. Jede gGmbH braucht außerdem eine*n Geschäftsführer*in und darf unternehmerisch tätig sein.

Kurzgefasst:

– Stammkapital: 25.000 Euro
– Notariell Beurkundung und Eintragung in das Handelsregister erforderlich
– Mitglieder: Keine Mindestanzahl von Gründer*innen
– Haftung: Keine Haftung der Gesellschafter, es haftet die juristische Person

 

Klingt alles zu kompliziert für euch?

Die einfachste Möglichkeit, aktiv zu werden, ist die der Initiative. Jede*r kann eine starten. Dafür ist keine Organisationsform notwendig. Es ist allerdings trotzdem wichtig, einige Punkte zu beachten, damit eure Initiative erfolgreicher wird.

1. Definiert ein konkretes Ziel und involviert am besten mehrere Menschen.

2. Sucht nach Kooperationspartner*innen, die sich für etwas Ähnliches einsetzen.

3. Lasst über euch sprechen: Nutzt Soziale Netzwerke oder Schwarze Bretter, um auf euren Anliegen aufmerksam zu machen und informiert Zeitungen, Blogs und Magazine über eure Initiative.

4. Denkt an die Finanzierung eures Projektes.

Mit dem elinor Gruppenkonto könnt ihr ohne eigene Rechtsform aktiv werden und euer Projekt umsetzen. Ihr braucht keine Vereine oder komplizierte Verträge, sondern könnt in wenigen Schritten das Gruppenkonto eröffnen und sofort Gelder einzahlen oder Spenden von euren Unterstüter*innen sammeln.

Wollt ihr mehr dazu wissen? Hier haben wir die Basics zu unserer Plattform erklärt. 

Quellen:

https://startsocial.de/wissen/rechtsformen-buergerschaftlichen-engagements-initiative-stiftung-verein-gmbh
https://www.rechtswoerterbuch.de/recht/v/verein/
https://www.suprsports.de/rechtsformen-fuer-gemeinnuetzige-projekte/
https://praxistipps.focus.de/was-ist-eine-stiftung-einfach-und-verstaendlich-erklaert_100395
https://www.firma.de/firmengruendung/organisation-gruenden-tipps-fuer-ihre-eigene-ngo/
https://www.firma.de/firmengruendung/stiftung-gruenden-das-muessen-sie-wissen/#
https://www.ionos.de/startupguide/gruendung/ggmbh-was-ist-eine-gemeinnuetzige-gmbh/
https://fundraiser-magazin.de/dossier/verein-stiftung-oder-ggmbh-welche-rechtsform-passt-zur-ngo.html
https://www.wbs-law.de/handelsrecht-gesellschaftsrecht/stiftungsrecht/
https://www.rechnungswesen-verstehen.de/bwl-vwl/bwl/gmbh-haftung.php 

 

Beitrag von Chiara Marchi

Photo by Alexis Brown on Unsplash

 

 

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